Wahldesaster Bundestagswahl 2021

Wahldesaster Bundestagswahl 2021
Photo by Mika Baumeister / Unsplash

Das vorläufige amtliche Endergebnis 2021 ist da und die SPD wird seit langer Zeit wieder stärkste Partei, aber das können wir uns genauso wie Olaf Scholz, Armin Laschet und das Abstürzen der CDU vollkommen schenken. Am Ende sind das Nebensächlichkeiten nach diesem Wahlkampf. Leider.

Die SPD wird nun alles dafür machen, dass man am Ende auch wirklich regiert, wenn jetzt die neugewonnen und fragilen Wähler:innen sehen, dass die SPD in die Opposition geht, können die Sozialdemokraten direkt die nächsten Landtagswahlen sich in die Haare schmieren. So bitter das auch sein mag. Aufgrund dessen, dass „DIE LINKE“ – mit maximalen selbstzerstörerischen Aktionen – sich seit Jahren selbst ad absurdum führt (wer will schon regiert werden von einer Partei, die sich nicht mal selbst „regieren“ kann) – gerade so im Bundestag gelandet ist dank dreier Direktkandidaten, gibt es keine Rot-Grün-Rote Mehrheit im Bundestag.

Daher gibt es für die SPD nur zwei Möglichkeiten einer stabilen Mehrheitsregierung:

  1. SPD - Grüne - FDP
  2. SPD - CDU

Die CDU könnte im Prinzip nur mit den Grünen und der FDP, dass man die SPD sich unterjochen kann, ist selbst im absurdesten Paralleluniversum kaum vorstellbar - oder?

Vergessen wir mal die SPD und die Grünen und wenden uns lieber dem Desaster zu, dass die lindnersche FDP eine totale Katastrophe für dieses Land und seine Gesellschaft ist bzw. sein wird. Die FDP hat sich komplett vom libertären Ansatz abgewendet und propagiert nur noch eine maximal neoliberale Politik. Freiheit für alle die es sich leisten können. Das die Gesellschaft aber insgesamt eine faire Chance bekommt, einen gewissen Wohlstand zu erlangen - unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Elternhaus und Bildungsgrad - ist der FDP vollkommen abhanden gekommen.

Wer heute in einem reichen Haushalt geboren wird, eine gute Bildung erhält und am Ende noch reich erben wird, dem wird der Wohlstand nicht ausgehen. Wer aber in einem armen Elternhaus geboren wird, wenig Bildung erhält und am Ende trotzdem hart arbeitet und nichts erben wird, der wird als armer Mensch sterben. Der libertäre Ansatz, dass z.B. quasi alle mit den gleichen Voraussetzungen in das Berufsleben starten (das heißt bis dahin kostenlose Bildung inklusive Universität) und auch ansonsten jeder die gleichen Voraussetzungen hat, interessiert nicht mehr.

Durch die massive Ballung von Vermögen auf sehr wenige Prozent der Gesellschaft, entsteht ein Ungleichgewicht und dieses Ungleichgewicht, dass man noch so hart arbeiten kann und es sehr wahrscheinlich trotzdem nicht schafft, ins obere Drittel des Mittelstands oder überhaupt in den Mittelstand zu kommen, desillusioniert viele. Und wer desillusioniert ist, der radikalisiert sich schneller. Wer sich schneller radikalisiert, der wird auch schneller Nazis wählen. Dazu muss man einfach mal in die Neuen deutschen Bundesländer schauen.

Eine wahrhaft libertäre FDP würde sich für eine sehr hohe Erbschaftssteuer, kostenlose Bildung bis zum Ende und eine Vermögenssteuer aussprechen, so das alle die gleichen Voraussetzungen haben um Wohlstand aufzubauen, die aktuelle neoliberale FDP ist aber nur daran gelegen, dass Vermögen dort bleibt, wo es ist und dort auch nach dem Ableben bleiben wird: in der Familie. Und mögen diese Nachfahren noch so wenig dafür geleistet haben oder noch leisten, außer alle vier Wochen mit Ihrem Fonds- und Assetmanager ein paar Minuten zu telefonieren.