Fahr doch mal eBike!
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Fahr doch mal eBike!

Fahr doch mal eBike!

Letzte Woche habe ich mein neues KAYZA Talik Dry 6 (2020) bekommen und meine Liebe zum Fahrrad fahren neu entdeckt. Alle Radprofis können nun weiter runterscrollen, der folgende Absatz geht vor allem an diejenigen die schon lange nicht mehr Rad gefahren sind, neu anfangen wollen oder mit einem eBike liebäugeln. Wichtig: Wir beziehen uns nur auf den Bosch Performance CX (Generation 4/Gen.4) Motor aus dem Jahr 2020.

Allgemeines über eBikes

eBikes (eigentich Pedelecs) haben einen Motor verbaut, der Euch beim Fahren unterstützt und zwar bis 25 km/h pro Stunde. Ohne das Ihr in die Pedale tretet, wird also auch der Motor nicht laufen. Der Vorteil ist aber, dass Ihr nicht nur leichter treten müsst, sondern auch deutlich schneller Geschwindigkeit aufbaut. So ist eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 22-27 km/h gar kein Problem. Je nach FahrerInnengewicht, Streckenbeschaffenheit und Unterstützungsstufe hält der Akku zwischen 50 und 110 km. Ich weiß, dass klingt nun alles nach wenig, aber am Ende wird man fast jede Tour locker damit hinkriegen.

Wer das erste Mal auf ein eBike steigt, wird überrascht sein, welche Kraft der BOSCH Performance CX Mittelmotor auf die Straße bringt. Ein kurzer Tritt und das Fahrrad gewinnt direkt und mühelos an Geschwindigkeit, nach wenigen Metern hat man ein entspanntes Tempo um ans Ziel zu kommen. Selbst steile Strecken werden ohne großen Kraftaufwand überwunden und man erspart sich einiges an Schweiß. Gerade Berufspendler brauchen keine Dusche mehr vor der Arbeit, selbst bei einem hügeligen Anfahrtsweg.

Display

KAYZA verbaut im Talik Dry 6 ein BOSCH Intuvia Display. Darin findet Ihr alle wichtigen Informationen mit der "i"-Taste. Immer sichtbar ist die aktuelle Geschwindigkeit, die aktuelle Unterstützungsstufe und die aktuelle Kapazität des Akkus. Als zusätzliche Information gibt es die bisherige maximale Geschwindigkeit, die bisher gefahrene Strecke seit dem letzten Reset, die Restreichweitem und gefahrene Strecke (Gesamt). Weiterhin bietet Euch das Intuvia die Möglichkeit das Licht anzuschalten sowie das System An- und Auszuschalten. An der Seite ist ein Micro-USB-Anschluss um das Handy zu laden oder es während den Wintermonaten selbst aufzuladen, wenn das Intuvia nicht durch den Fahrradakku geladen wird da das Fahrrad nicht benutzt wird. Das Display ist problemlos innerhalb einer Sekunde vom Lenker abnehmbar.

Akku

Der Bosch Powerpack 500 ist mit einem Schloss ans Fahrrad verbunden und daher vor Diebstahl gesichert. Im Falle eines Verlustes des Schlüssels kann dieser über den Händler neu bezogen werden. Innerhalb 60 Minuten kann der Akku zu 50% geladen werden, knapp 3 Stunden werden für 100% benötigt.

Wer mal irgendwo mit leerem Akku strandet, dem sei ein kleiner Besuch im Biergarten oder Restaurant empfohlen. Eine Stunde Pause, Akku dort laden und dem Wirt 0,50 Euro für den Strom geben. Natürlich solltet Ihr Euer (ziemlich leichtes) Ladegerät dabei haben und vorher fragen.Zum Fahren ohne Motorunterstützung kommen wir am Ende des nächsten Punkts. Der...

...Motor

Es gibt vier Unterstützungsstufen bei dem Bosch-Motor: Eco, Tour, Sport und Turbo. Je höher die Unterstützungsstufe, desto niedriger ist der Kraftaufwand beim treten um die 25 km/h zu erreichen, jedoch sinkt die Restreichweite immens. Der Sport-Modus eignet sich gut für das freie Gelände (wenn die Reichweite nicht wichtig sein sollte) oder Stadt, hier kommt Ihr schnell und einfach voran, ohne viel Kraft auf die Pedale geben zu müssen. Der Motor liefert eine Nenn-Dauerleistung von 250W.

Der Tour-Modus ist perfekt für die Fahrradtour oder Berufspendler mit einer etwas weiteren Strecke (20 km und aufwärts, nur Hin- bzw Rückweg). Da kommt Ihr ohne Laden locker auf die Arbeit und wieder zurück.

Der Eco-Modus ist auf maximale Reichweite ausgelegt. Hier hilft der ziemlich leise Performance CX-Motor immer noch deutlich nach, aber wir nähern uns beim Kraftaufwand schon leicht dem "normalen" Rad an. Mit dem Eco-Modus fährt es sich auch am besten, wenn Ihr mit "nicht-eBike-FahrerInnen" zusammen fahrt. Übrigens verbrennt Ihr beim eBike fahren nur wenige Kalorien weniger als "normale" Radfahrer. Das eBike fahren weniger gesund wäre als normales Fahrradfahren ist eine reine Urban Legend. Change my mind! ;-)

Die Unterstützungsstufen wählt Ihr am linken Fahrradgriff durch die "+"- oder "-"-Tasten. Es empfiehlt sich natürlich, am Hang die Stufen hochzuschalten und auf gradem Gelände wieder nach unten zu gehen. Spart Kraft, Zeit und Akku.

Rechts ist meine Handyhalterhülle. Die gehört nicht zum Lieferumfang.

Natürlich könnt Ihr den Motor auch komplett auf "Off" stellen und auf die Motorunterstützung verzichten. Bei den 2020 Modellen koppelt sich der Motor auch beim Bergabfahren aus, so dass Ihr nicht den Motor beim Treten mitbewegen müsst. Das gilt auch für den Off-Modus. Es fährt sich dann wie ein normales Rad, nur dass Ihr die 24 kg Rad bewegen müsst. Das ist der Nachteil am eBike: Es ist relativ schwer. Durch Motor und Akku habt Ihr einige Zusatzkilos. Wer sich nun aber doch arg verschätzt hat mit seiner Akkukapazität und noch ein paar km nach Hause hat, wird aber problemlos ankommen. Es benötigt eben dann nur seine normale Muskelkraft.

Gangschaltung, Kette, Bremsen und Sonstiges

Die Gangschaltung kommt von Shimano und bringt 10 Gänge mit. Im Unterschied zu normalen Fahrrädern, braucht Ihr durch die Motorunterstützung keine 18 oder mehr Gänge mehr. 10 sind hier mehr als ausreichend. Shimano dürfte jeder kennen und ist für den Einsteiger auch nicht weiter interessant. Das gleiche gilt für die Kette, das Bremssystem, Licht, Lenker und Sattel. Alle Teile haben eine mehr als gute Qualität und ausreichend für Einsteiger, Umsteiger, Pendler und sonstige ambitionierte Fahrer. Wer doch alles ganz genau wissen will, findet hier alle Daten und Fakten: KAYZA Talik Dry 6-Website.

Die Gangschaltung ist auf den Punkt und leicht zu schalten. Während dem Schalten sollte man übrigens eine kurze Trittpause machen um die Zahnräder zu schonen. Bei den Bremsen würde ich mir einen etwas festeren und direkten Bremspunkt wünschen, sobald die Bremsen aber greifen, kommt das Rad schnell und sicher zu  gehen. Der Gepäcktrager hat das übliche System um Fahrradtaschen schnell und sicher einzuklicken. Ähnlich wie beim Klickfix für Kinderautositze.

Überfordert?

Am Anfang meiner "Welches eBike soll ich nehmen?" Recherche war ich maximal aufgeschmissen zwischen Mittel- und Heckmotor, Art der Gabel und Bremsen, Hersteller sowie Motorlieferant. Bosch oder Yamaha? Besser doch Giant? Am Ende empfehle ich euch, zum Radhändler zu gehen und einfach mal zwei oder drei Räder mit verschiedenen Systemen Probe zu fahren. Erzählt dem Verkäufer welche Anforderungen Ihr an das eBike habt, wie viel Geld Ihr ausgeben möchtet und vertraut seinem Rat. Die Profis wissen in der Regel ja am besten, welches System für Euch am besten ist. eMTB (e-Mountainbike), eTrekking-Rad oder doch ein eCross-Rad. Wie immer gibt es da draußen in den Foren bei 50 Leuten knapp 60 Meinungen was besser ist.

Fazit

Das Talik Dry 6 von KAYZA macht einfach nur Spaß. Wenige Kilometer bergiges Gelände lassen sich mühelos und einfach überwinden. Der Bosch-Motor treibt einen Kilometer um Kilometer voran und die Verarbeitung des Fahrrads ist prima. Die Schwalbe-Räder gleiten fast geräuschlos über den Boden und sind griffig. Das eBike fahren hat meine Liebe zum Rad wieder erweckt. In Kombination mit der "komoot"-App, plane ich nun meine Radstrecken und hab so ein perfektes Navi direkt dabei. Ein kleiner Handhalter am Lenker hilft mir, immer die Orientierung zu behalten.

Das Rad rollt locker und leicht über leicht unebene Straßen, bei Kopfsteinpflaster und geschotterten Wegen wird es sehr schnell zu holprig. Hier empfehlen sich nur kurze, ein oder zwei Kilometer lange Abschnitte, danach haben die Handgelenke genug  davon. Wer also ausführliche Offroad-Touren plant, sollte sich weiter umschauen und mal auf ein eMTB (Elektro-Mountainbike) setzen.

Wer also wieder mehr Radfahren will oder endlich wieder mehr mobil sein möchte, ohne auf das Auto zurückzugreifen, aber es schneller und leichter haben möchte als mit dem klassischen Rad, dem sei ans Herz gelegt, sich eBikes mal im Laden anzuschauen und auch mal Probe zu fahren. Und gebt Eurem Händler um die Ecke mal eine Chance. In der Regel hat er die Verdient!