Ultras nerven. Ständig sagen die Ihre Meinung und nehmen sich das Recht deswegen heraus, weil die für die Stimmung in den Stadien verantwortlich sind. Oder die Choreos, die man dann bildgewaltig vermarken kann. Ultras kämpfen für Ihre Ideale, während die DFL doch das wirklich große und wichtige Ziel im Blick hat: das Geld. Und Ideale wie Tradition, Meinungsfreiheit, keine Kollektivstrafen, Selbstverwaltende Kurven, Mitspracherecht, Nazis raus sowie Kampf dem Sexismus sowie Homophobie passen halt nicht dazu, den größten Taler aus dem professionellen Fußball in Deutschland zu pressen.

Hamburg, Stuttgart und Nürnberg fehlen der Bundesliga mit Ihren riesigen Fanszenen schon. Kaiserslautern ist mehr Selbstverschuldet abgerutscht. Die Chancen stehen nicht schlecht das es diese Saison auch Werder erwischt.

Vereine die unter der Woche das eigene Stadion voll machen. Egal ob Europa League, Bundesliga oder DFB-Pokal. Vereine deren Fans mit tausenden Menschen durch die Republik oder Europa reisen - auch unter der Woche. Dummerweise bringen diese Vereine für die DFL nicht das richtig große Geld mit.

Langsam nähert sich die DFL Ihrem Ziel aber an, möglichst wenig Reibung mit den Fans zu erzeugen. Die Pappkartonklatscher aus Wolfsburg, Leverkusen, RasenBall und Hoppenheim haben sich in der Liga etabliert, die Hertha verbeugt sich vor dem windigen Windhorst - der medial auf Hertha BSC Pressekonferenzen sich zum Trainer äußern kann. Irgendwann schafft es dann auch der AUDI-Klub Ingolstadt wieder hoch in die 1. Bundesliga. Und irgendwo werden sich noch zwei, drei Investoren und Vereine finden, die genug Geld und Ambitionen haben sich in die erste Bundesliga hoch zu kaufen.

Dank geschickter Ticketverkäufe und dem Abschieben der Gästefans in den Oberrang sehen die TV-Bilder gut aus und die fehlende Stimmung kriegt man irgendwie vom Band auch ins TV-Signal gemischt. Die letzten nervigen Fans kriegt man mit der Streichung von Stehplätzen und der Erhöhung der Ticketpreise auch noch rausgeputscht. Mateschitz & Co. brauchen ja auch keine Zuschauer, die brauchen lediglich ganz oft Ihre Pisse im Bild.  Zehntausende Kinder gehen nicht mehr mit Mama und Papa ins Stadion, sondern sitzen höchstens vor dem TV. Die nächste Generation wird am Ende keinem Verein mehr sein Herz schenken, sondern dem besten Instagram-Star. Man kennt beide sowieso nur vom Bildschirm, immerhin sind die Tickets ins Stadion zu teuer. Am Sitzplatz werden nämlich neuerdings Kaviar und Schnittchen gereicht. Das wird direkt auf dem Ticket abgerechnet. 5-Sterne-Catering kostet halt. Logen für alle.

Doch irgendwann, irgendwann merkt auch die DFL, dass man ein so emotionales Produkt wie Vereinsfußball nicht ins unendliche Vermarkten kann. Nämlich dann, wenn den ganzen Investoren- und Großsponsorenvereine niemand mehr im TV sehen will. Da spielen zwar die besten Spieler, weil die das meiste Geld dort verdienen [sic!], aber am Ende macht Fußball doch am meisten Spaß, wenn man dabei Jubeln, Trauern, Hassen oder Lieben kann. Manchmal auch alles in 90 Minuten. Plus Nachspielzeit. Spätestens dann wird das Premium-Produkt 1. Bundesliga gegen das neue "Volksprodukt" 2. oder gar 3. Bundesliga abgelöst. Dort stehen und sitzen Leute in den Arenen und Singen, Tanzen, Lieben, Hassen, Jubeln und Lieben. Vielleicht nicht mit den besten Fußballern, aber mit dem ehrlichsten Produkt. Wie es die DFL sagen würde. Dort wo gegen Homophobie und Sexismus noch aufgestanden wird und nicht die Kamera schnell wegschwenkt.